Psychologische Unterstützung & Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige
Die Pflege eines geliebten Menschen ist eine Aufgabe von unschätzbarem Wert, die oft auch mit großen Herausforderungen verbunden ist. Es ist ganz normal, dass diese Belastung an die Substanz geht – sowohl körperlich als auch emotional. Psychologische Unterstützung und der Austausch mit Gleichgesinnten sind keine Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt zur Selbstfürsorge und zum Schutz Ihrer eigenen Gesundheit.
Autor:Kassen-Lotse Team•Letzte Aktualisierung:
Woran erkenne ich, dass ich Unterstützung brauche?
Viele pflegende Angehörige ignorieren erste Anzeichen einer Überlastung. Doch nur, wer auf seine eigenen Bedürfnisse achtet, kann langfristig für andere da sein. Achten Sie auf diese Signale:
Anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit
Schlafstörungen oder innere Unruhe
Gereiztheit, Wut oder Traurigkeit
Interessenverlust und Rückzug von Freunden und Hobbys
Körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen
Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich feststellen, ist es Zeit zu handeln und sich Hilfe zu suchen.
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Selbsthilfegruppen: Verstanden werden und sich austauschen
In einer Selbsthilfegruppe treffen Sie auf Menschen, die genau wissen, wovon Sie sprechen. Der gemeinsame Austausch über Ängste, Frustrationen und Erfolge schafft ein Gefühl der Verbundenheit und des Verstandenwerdens. Hier finden Sie nicht nur emotionale Unterstützung, sondern auch praktische Ratschläge von Menschen, die ähnliche Situationen bereits gemeistert haben.
Emotionaler Rückhalt: Sie fühlen sich nicht mehr allein mit Ihren Problemen.
Praktische Tipps: Erfahren Sie aus erster Hand, wie andere Pflegesituationen lösen oder welche Hilfsangebote es gibt.
Neue Perspektiven: Der Austausch kann Ihnen neue Wege aufzeigen, um mit schwierigen Gefühlen umzugehen oder den Pflegealltag zu organisieren.
Wo finde ich eine Selbsthilfegruppe? Kontaktieren Sie lokale Pflegestützpunkte, Wohlfahrtsverbände (wie Caritas oder Diakonie) oder die Krankenkasse. Auch Online-Plattformen bieten mittlerweile eine gute Möglichkeit, sich virtuell mit anderen Angehörigen zu vernetzen.
Professionelle Hilfe: Der Weg aus der Überlastung
Manchmal reicht der Austausch in einer Gruppe nicht aus. In solchen Fällen ist professionelle psychologische Unterstützung der richtige Schritt. Psychologen oder Psychotherapeuten helfen Ihnen dabei, die eigenen Belastungsgrenzen zu erkennen und nachhaltige Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln. Eine Therapie kann Ihnen helfen, die oft komplexen Emotionen – von Schuldgefühlen bis hin zu Trauer – zu verarbeiten.
Einzeltherapie: Ein geschützter Raum, um persönliche Ängste und Gefühle zu besprechen.
Pflegeberatung: Viele Pflegeberater sind auch psychologisch geschult und können Ihnen dabei helfen, die Pflege so zu strukturieren, dass sie für Sie weniger belastend ist.
Online-Angebote: Einige Krankenkassen bieten kostenlose Online-Kurse zur Stressbewältigung oder psychologische Telefonberatungen an.
Tipp zur Kostenübernahme: In vielen Fällen werden die Kosten für eine psychologische Beratung von der Krankenkasse übernommen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder der Pflegekasse, um sich über Ihre Möglichkeiten zu informieren.
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Kurz und anonymisierte Praxisfälle zeigen typische Abläufe, Herausforderungen und Lösungswege. Diese Beispiele dienen der Orientierung — jeder Fall ist vereinfacht dargestellt.
Beispiel 1 — Die Online-Beratung, die alles veränderte
Ausgangslage: Tanja, 46, pflegt ihre demente Mutter seit drei Jahren. Nachts wacht sie auf, tagsüber am Limit.
Problem: "Ich schreie sie an und hasse mich dafür", tippt sie anonym bei pflegen-und-leben.de.
Maßnahme: Psychologin begleitet sie sechs Wochen online. Techniken gegen Überforderung, Grenzen setzen.
Ergebnis: Tanja findet Ruhe, schläft besser. "Ich bin wieder ich selbst", sagt sie erleichtert der Freundin.
Beispiel 2 — Die Selbsthilfegruppe als Rettungsanker
Ausgangslage: Michael, 54, pflegt seinen Mann mit Parkinson. Fühlt sich isoliert, weiß nicht mehr weiter.
Problem: "Niemand versteht, wie das ist", sagt er der Schwester. Tränen kommen.
Maßnahme: Pflegestützpunkt vermittelt Gruppe. Erste Sitzung: "Ihr kennt das auch?"
Ergebnis: Nach drei Monaten hat er Freunde gefunden, Tipps bekommen, Mut zur Verhinderungspflege. "Ich bin nicht allein."
Hinweis: Anonymität garantiert. Kostenfrei. Frühe Hilfe verhindert Burnout. Hotline bei akuter Krise: 0800 111 0 111.
Wichtiger Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Bei akuten psychischen Krisen oder schweren Symptomen suchen Sie bitte umgehend professionelle Hilfe. Wenden Sie sich an eine psychologische Beratungsstelle, Ihren Hausarzt oder einen Notdienst.